rabenau

19-06-09

Mitstreiter für Theateraufführung gesucht

Historisches Theaterstück über Rabenau soll zum Stadtjubiläum 2010 aufgeführt werden

Welches kleine Städtchen wie Rabenau hat schon ein Theaterstück über seine Geschichte vorzuweisen? Rabenau kann nicht nur auf irgendeine sondern eine total spannenden Geschichte im Dreißigjährigen Krieg zurückblicken. Konrad Grüttner, viele Jahre Berufsschullehrer in Rabenau, aus dessen Feder nicht nur zahlreiche andere Theaterstücke sondern auch die mehrbändige Chronik über Rabenau stammt, schrieb das Stück „Alles für Dich Heimat“ in den Dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Es ist ein Theaterstück über die historischen Begebenheiten im Dreißigjährigenkrieg, als die Schweden das Städtchen Rabenau (damals ein Dörfchen mit höchstens hundert Einwohner) plünderten und abbrannten. Dank der Umsicht des damaligen Pfarrers Anton Botenhäuser (warum ist eigentlich noch keine Straße in Rabenau nach ihm benannt?) konnte die Bevölkerung in den Felsformationen des damals noch schwer zugängigen Rabenauer Grundes Schutz suchen. Der Predigtstuhl erinnert noch heute an die Stelle, wo Pfarrer Botenhäuser den Rabenauern, die ihr ganzes Hab und Gut, ihr Vieh, ihre Häuser und so manchen Angehörigen verloren hatten, Trost und Mut zusprach.
Davon handelt dieses Theaterstück, das nun eine kleine Schar von theater- und rabenauverbundenen Rabenauer Bürgern im nächsten Jahr auf die Bühne bringen will. 1939 erlebte es im Schulhof der Rabenauer Schule seine Uraufführung mit über 60 Rabenauer Schauspielern. Seitdem wurde es nicht mehr gespielt! Es ist eine wunderbare Gelegenheit, die Einwohner Rabenaus, vor allem aber die Kinder, an die Geschichte unserer Stadt heranzuführen.
Lydia Friedrich, Lehrerin an der Hainsberger Mittelschule, deren Großvater, Kantor Max Friedrich, damals den Pfarrer Botenhäuser spielte, wird sich den Hut für dieses Projekt aufsetzen und Regie führen. Irmela Werner, Musikschulleiterin, wird den organisatorischen Part übernehmen und mit den Möglichkeiten der Musik-, Tanz- und Kunstschule Bannewitz aushelfen. Einige interessierte Bürger, junge und alte, haben sofort zugesagt mitzuspielen, als sie hörten, dass dieses Projekt begonnen wird. Zum Beispiel würde die 87-Jährige Helga Reuter gern wieder die gleiche Rolle wie 1939 spielen, die Vorwerksbesitzerin Christiane Rabe. Es werden aber noch viele Mitspieler sowie Helfer gebraucht: Da müssen Bühnenbilder gebaut, Kostüme genäht, Requisiten gebastelt und die Bühnentechnik bewältigt werden. Auch die Mittelschule Rabenau will Lehrer und Schüler mit in diese Aufgabe einbinden.
Zurzeit wird das Stück in den Computer übernommen, damit es bearbeitet werden kann. Es soll etwas gekürzt, die Personenanzahl verringert und allgemein der Staubwedel etwas geschwungen werden.
Im August nach den Sommerferien soll es ein erstes Treffen aller Beteiligten geben. (Text: Irmela Werner)

Alle Interessierten, die mitmachen möchten, Hinweise geben wollen (wer hat damals schon mitgespielt?) können sich bei Lydia Friedrich, Irmela Werner oder Frau Runke im Rathaus melden (Tel. 6470132 oder fremdenverkehrsamt@stadt-rabenau.de).

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